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Phonogeräte - Hilfen und Tipps

„Ich habe einen alten Dual-Plattenspieler ausgegraben und möchte Musik damit hören…“ so oder ähnlich bekommen wir viele Zuschriften oder Beiträge im Dual-Board zu lesen. Doch wie geht man am besten vor das die neue Errungenschaft einem nicht zuviel Kopfzerbrechen bereitet oder bei nächster Gelegenheit wieder aus dem Fenster fliegt ?!

Einen genauen Leitfaden für alle Modelle kann ich hier natürlich nicht aufschreiben, das würde sicherlich den Rahmen sprengen, zudem gibt es auch zu viele Phonogeräte die teilweise auch über einen eigenen Verstärker verfügen.
So möchte ich hier einige Eckpunkte aufschreiben die sich auf die meisten Dual-Plattenspieler übertragen lassen.

Da viele Themen bereits angesprochen wurden und hervorragende Tipps oder Beiträge vorliegen verweise ich an einigen Stellen auch in das Dual-Forum – falls jemand auch partout nicht weiterweiß kann er gerne eine Anfrage im Forum stellen – ggf. ist eine (kostenlose) Anmeldung erforderlich – zumindest um sich dort abgelegte Bilder und Skizzen anzusehen.

Der erste Schritt ist erstmal das Gerät zu säubern, ein Pinsel und (angefeuchteter) Lappen liefern da schon mal eine hervorragende Grundlage um zu sehen was sich unter Staubschicht überhaupt verbirgt.

Wenn ein Gerät lange in der Ecke gestanden hat, ist davon auszugehen dass sich die Schmiermittel im Laufe der Jahre zu einer klebrigen Pampe entwickelt haben – somit kann man davon ausgehen das eine einwandfreie Funktion auf Anhieb nicht zu erhalten ist. Erkennbar ist das z.B. an schwergängigen Reglern oder Knöpfen. Wenn das der Fall ist, sollte man die entsprechenden Baugruppen erstmal zerlegen, reinigen und neu abschmieren (Serviceanleitung) . Es müssen nicht die Originalschmiermittel oder sonstige Wundermittel sein, es langt auch handelübliches WD40 und ein säurefreies Schmierfett.

Wenn diese arbeiten erledigt sind und die mechanischen Funktionen wiederhergestellt sind kann es weitergehen.

Der zweckmäßige Anschluss an einen Verstärker gibt so manch einem Rätsel auf. Wir müssen hier aber auch erstmal in Bezug auf folgende Dinge unterscheiden : 

  • Plattenspielerkomponente ohne eigenen Verstärker
  • Plattenspieler mit eingebautem Verstärker und Lautsprecheranschlüssen oder Koffergerät mit eingebautem Lautprecher

Wenn dieser Punkt geklärt ist, kann es weitergehen :

  • Magnetisches Tonabnehmersystem
  • Kristall/Keramiktonabnehmer

Bleibt letztlich noch die Anschlußkombination :

  • DIN Stecker (3 oder 5 polig)
  • Chinchstecker
  • Keine Ahnung !?


Gehen wir mal von der klassischen Plattenspielerkomponente ohne eigenen Verstärker aus. Das verbaute System ist ein gängiges Magnettonabnehmersystem – hier muß zweckmäßig der Anschluß an den Verstärker am PHONO Eingang erfolgen. Anschlüsse wie AUX, CD, Tape … sind nicht geeignet, weil hier die notwendige Verstärkung und Entzerrung des Signals fehlt. Ist an der betreffenden Stereoanlage kein solcher Eingang vorhanden muß zu einem separaten Entzerrer-Vorverstärker gegriffen werden, der zwischen Plattenspieler und Steuergerät geschaltet wird. Diese kleinen Kästen bekommt man schon ab 20 Euro, natürlich ist die Qualität hier nicht gerade überragend , wenn man anspruchsvoller ist sollte man etwas tiefer in die Tasche greifen.

Wenn diese Hürden übersprungen sind, da kann dem Plattengenuß eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Als generelle Anmerkungen sei auf die typischen Verschleißteile aufmerksam gemacht :

Tonabnehmersystem und nadeln sind praktisch das Herzstück eines Plattenspielers. Bevor man seine wertvollen Platten auflegt sollte man sich vergewissern ob die Nadeln nicht abgenutzt oder abgebrochen – diese zerstören sonst die Schallplatte. Der freundliche Elektronikhändler um die Ecke (sofern es ihn noch gibt) sollte da weiterhelfen können. Ansonsten genügt erstmal ein Blick im Licht und ggf. unter der Lupe und die Fähigkeit spitz und stumpf auseinander halten zu können. Für viele alte Systeme gibt es noch Ersatznadeln, hier ist auch anzumerken das Originalnadeln in der Regel besser sind als nachgefertigte Ersatztypen – letztere sind zwar günstiger, aber ich denke mal die wenigsten möchten auf einen Porsche irgendwelche Trabantreifen aufziehen.
Weitere typische Verschleißteile sind der Riemen oder das Treibrad. Auch hier ist es möglich Ersatz zu bekommen, bei Treibrädern muß man sich ggf. auf dem Gebrauchtmarkt behelfen. Hier gilt aber auch : Sofern etwas richtig gut läuft macht es wenig Sinn das ganze unbedingt zu ersetzen!

 

Viel Spaß beim Plattenhören !