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Dual mit der Schneider AG

Die Schneider AG bekundete bereits 1982 nach dem Konkurs Interesse an der Marke Dual. Insbesondere deswegen weil Schneider auch unter eigenem Namen keine Produkte in Frankreich vertreiben darf!
Nachdem Dual von PE übernommen wurde begannen bereits im Hintergrund die Verhandlungen zwischen PE und Schneider zwecks Kapitalbeteiligung. Der Grund der kurzfristigen Übernahme Duals durch PE lässt sich in Bezug auf die Arbeitsplatzerhaltung des Standortes St. Georgen erklären auch waren Thomson und Schneider Konkurrenten so, dass keine Gespräche geführt wurden.


Anfang 1988 übernimmt Schneider 50% der Geschäftsanteile inkl. der Führung des Unternehmens. Die restlichen 50% folgen durch eine zeitnahe Option.

Auf der Funkausstellung werden große Pläne, aber auch weitere Stellenstreichungen angekündigt. Gleichzeitig weckt man die Hoffung durch Produktionsaufnahmen im Bereich Video und Telekommunikation diese Lücke in den nächsten Jahren wieder zu schließen.

Schneider selbst ist zu der Zeit recht erfolgreich in der PC-Branche und später in der Laser TV Entwicklung.

 

In den Anfangsjahren unter Schneider-Fittichen wird fast das komplette Thomsonführungspersonal ausgetauscht, die Plattenspieler werden wieder in attraktiven Holzkonsolen verpackt und die Gewinnzone wird wieder erreicht.

Das Geräteprogramm wird mit Fernseh- und Videogeräten (aus Schneider Produktion) erweitert, die Hifi-Sparte wird praktisch komplett aus Fernost bezogen und um einfache Midi- anlagen nach unten hin erweitert.
Durch die stark aufkommende Präsenz der CD-Technik bleiben Innovationen im Phonobereich aus und die Entwicklung in diesem Segment wird stark gedrosselt!  Viele Firmen stellen zudem ihre eigene Plattenspielerproduktion ein, was Dual jedoch in Form von Industrieaufträgen entgegenkommt. Stückzahlen wie zur ehemaligen Hochzeit sind jedoch bei weitem nicht mehr erreichbar.

Ende der 80er Jahre wird die unter der Thomson Regie eingeführte Dual-Audiophile-Concept Serie  komplettiert und überarbeitet (fast alle Komponente werden hier von Rotel bezogen, mit Dual spezifischen Änderungen) – Dual kann hier also durchaus noch gehobene Ansprüche befriedigen. Auch darunter wird mit der Studio Concept Reihe (Inkel) solide Mittelklasse angeboten. Das TV/Videoprogramm läuft unter der Bezeichnung Digitalconcept und wird durch die Vielzahl der Schneiderprodukte aus diesem Sektor ständig aktualisiert – hier handelt es sich um Durchschnittsware ohne besondere Highlights.

Die Studio Concept Reihe wird 1992 nochmals aktualisiert und nach dem Wegfall der Audiophile Concept Reihe im Jahr 1993 reicht das Programm nicht mehr über die Mittelklasse hinaus. Des Weiteren wird das Programm weiter mit Mini- und Midianlagen nach unten abgerundet, dazu passende Plattenspieler kommen komplett aus Fernost (!) und die kleineren Hifi-Anlagen sind letztlich nur umgelabelte Schneider Produkte.

Auch die Phonoentwicklung wird hier praktisch abgeschlossen – auf  Basis des erfolgreichen CS5000 entstehen überarbeitete Ableger wie der CS750 (als Hommage an frühere Topmodelle) und extravagante Designvarianten wie der Golden Stone oder Golden One.

Doch auch Schneider kommt in Schwierigkeiten. Man hat sich im Personalcomputerbereich übernommen und die starke Konkurrenz aus Amerika oder Fernost macht der Firma das Leben schwer. So zieht man sich Anfang der 90er Jahre komplett aus diesem Gebiet zurück und konzentriert sich auf das zuvor erwähnte Laser TV Geschäft. Einige Komponenten der PC Fertigung (Netzteile) liefen in St. Georgen vom Band, durch den Abbau werden aber auch hier wieder Stellen gestrichen – so finden sich aus diesen „Gründen der Anpassung“ 1993 nur noch etwa 45 Mitarbeiter bei Dual in St. Georgen!
Doch es kommt noch schlimmer: durch die freigewordenen Kapazitäten der PC Produktion im Schneider Werk in Türkheim wird die komplette Verlagerung der Dual GmbH ins Stammwerk von Schneider beschlossen. So findet am 30.6.1993 die Tradition der Firma Dual (oder was davon übrig ist) mit der Schlüsselübergabe an die Schneider-Vertreter ein Ende! 

Die Plattenspielerfertigung bleibt jedoch im ehemaligen Werk 5 vor Ort und wird durch den ehemaligen Dual-Mitarbeiter Alfred Fehrenbacher und seiner gleichnamigen Firma im Auftrag für die Schneider AG gefertigt.

Auch 1994 ist der Umsatz bei Dual weiterhin unbefriedigend und die selbst stark angeschlagene Schneider AG trennt sich von Ihrem Tochterunternehmen. So wird beschlossen die komplette Produktpalette (mit Ausnahme der Plattenspielerfertigung) an den Karstadt-Konzern abzugeben. Restposten von Dual-Produkten aus der Schneider-Ära werden auf Schneider umgelabelt und unter dessen Namen vertrieben! In Frankreich werden sämtliche Produkte weiterhin unter Dual vertrieben!

Ergänzung:
Im Jahre 2000 erfolgt eine Umstrukturierung des Schneider Konzerns. Das Laser TV Geschäft wird in eine eigenständige Gesellschaft (Schneider Laser Technologies AG in Gera) ausgegliedert. Alle Aktivitäten im Bereich der Unterhaltungselektronik  werden in das Tochterunternehmen Dual GmbH überführt und diese in die Schneider Electronics AG umfirmiert. Ein Firmengebilde Dual besteht nun NICHT mehr, lediglich der losgelöste Markenname bleibt bestehen! 

Auf dem Phonosektor werden die größeren Modelle eingestellt und der 1980 als Mittelklassemodell vorgestellte 505 wandert in seiner aktuellen Ausführung (505-4) an die Spitze der Modellpalette.

Der endgültige Konkurs der Firma Schneider folgt 2002 – der ehemalige Familienbetrieb wird im Laufe des Jahres vom chinesischen Elektrokonzern TCL übernommen, welcher die Markenrechte an Schneider und Dual erhält.

Quelle: